Kontrollen im Bio-Landbau

Bioprodukte müssen den Mehraufwand für die umwelt- und tiergerechtere Erzeugung durch ihren Preis wieder einspielen. Damit nur derjenige seine Erzeugnisse mit dem Biosiegel vermarktet, der tatsächlich die gesetzlichen Anforderungen an eine nachhaltigere Produktion einhält, bedarf es Kontrollen. Erst nach positiven Ergebnissen dieser Kontrollen erfolgt die Zertifizierung mit dem Biosiegel.

Die wichtigsten Fragen aus Verbrauchersicht seien hier kurz beantwortet:

Wer wird kontrolliert?

Wer kontrolliert?

Wann wird kontrolliert?

Was wird kontrolliert?

Was passiert nach der Kontrolle?

Was kostet eine Kontrolle?

Kontrolliert werden alle Betriebe, Unternehmen und Futtermittelhersteller, die ihre Produkte als „Bio“ zertifizieren lassen wollen, sowie Unternehmen, die Öko-Produkte lagern.

Kontrolleure werden von staatlich zugelassenen privaten Kontrollstellen auf die Betriebe gesandt. Ihnen muss Zutritt zu allen Gebäuden, Flächen und Räumen gewährt werden. Zusätzlich sind Kontrolleure im Auftrag von Anbauverbänden unterwegs, die ihre Mitglieder-Betriebe eigenständig kontrollieren lassen.

Die zuständigen Kontrolleure vereinbaren einmal im Jahr einen Termin mit dem Betriebsleiter. Somit kann sich dieser auf den Termin vorbereiten und dafür die erforderlichen Unterlagen (Belege, Bestandsbücher,...) bereithalten. Um  vorzubeugen, dass nicht immer nur zur Kontrolle "aufgeräumt" wird, gibt es sogenannte Stichprobenkontrollen, die unangekündigt und bei ausgewählten Betrieben stattfinden.

Eine Kontrolle umfasst den ganzen Betrieb in allen Einzelheiten. So werden zum Beispiel:

  • alle Betriebsgebäude, Flächen und Anbau-Felder besichtigt
  • die zugekauften Betriebsmittel überprüft
  • die Angaben zu verkauften Mengen auf ihre Plausibilität hin überprüft
  • die Deklarationen kontrolliert

Nach einer Kontrolle werden die Ergebnisse in einem Prüfbericht festgehalten. Der Betriebsleiter erhält eine Kopie davon. Dann erfolgt bei der zuständigen Kontrollstelle die Auswertung dieses Berichtes und der Betriebsleiter wird über das Ergebnis informiert. Bei Erfüllung der Auflagen erhält er nun im Gegenzug sein Zertifikat. Hat ein Landwirt gegen die Auflagen verstoßen, wird das Zertifikat nicht verliehen. Je nach Schweregrad des Verstoßes kann der Betrieb bis zu einem Nachkontrolltermin die Mängel beheben, oder dem Betrieb wird das Zertifikat auf Dauer entzogen.

Die Kosten für eine Kontrolle und das damit verbundene Zertifikat liegen zwischen rund 250 und 770 Euro pro Jahr. Diese Ausgaben werden für die Öko-Betriebe oft auf Länderebene durch die staatliche Förderung des Ökologischen Landbaus bezuschusst.