Über makeCSA

Lebensmittel sollten möglichst ohne Belastungen für die Umwelt, ohne vermeidbare Leiden für die Nutztiere und zu fairen sozialen Bedingungen für die Landwirte erzeugt werden: Das wünscht sich eine Mehrheit der Bundesbürger, glaubt man den zahlreichen Verbraucherumfragen der vergangenen zwanzig Jahre.

„Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es gut werden soll.“ (Georg Christoph Lichtenberg)

Doch Tiere artgemäß und verhaltensgerecht zu halten, macht sich für den Landwirt in einer einseitig an ökonomischen Leistungskriterien orientierten Lebensmittelerzeugung kaum bezahlt. Auch die Bewirtschaftung von Anbauflächen unter stärkerer Berücksichtigung ökologischer Maßgaben erfordert einen höheren Kosten- und Zeitaufwand. Und ein tragfähiges Familieneinkommen zu erwirtschaften ist für viele bäuerliche Betriebe eine Jahr für Jahr stetig wachsende Herausforderung.

Die Lösung wäre einfach: Wenn die Kunden - also die Verbraucher der erzeugten Lebensmittel - einen verlässlich höheren Preis für die Produkte bezahlen würden, ließe sich damit auch eine tiergerechterer, ökologisch verträglichere und sozialere Landwirtschaft betreiben. Doch die Bereitschaft, höhere Lebensmittelpreise in Kauf zu nehmen, erfordert mehr Verständnis und Wissen um die tatsächliche Leistung, die damit finanziert werden soll. Das Projekt makeCSA.org will das Wissen der Verbraucher über ökologischen Landbau und das Vertrauen darin stärken. Im direkten und offenen Kontakt zwischen Erzeugern und Verbrauchern können viele Verbesserungen in der landwirtschaftlichen Praxis ausgehandelt und nachhaltig finanziert werden, die sich förderlich für die Umwelt, das Tierwohl und das Überleben der bäuerlichen Landwirtschaft auswirken.

CSA ist ein Weg zu mehr Nachhaltigkeit

Das Konzept der gemeinschaftlich getragenen Landwirtschaft, auch Community Supported Agriculture (CSA) genannt, stellt einen erfolgreichen Lösungsansatz dar für eine nachhaltige ländliche Entwicklung und die Vermarktung von Bioprodukten mit einem unmittelbaren Bezug der Verbraucher zur Herstellung dieser Lebensmittel.

CSA ist ein Modell für eine verbindliche Zusammenarbeit zwischen Erzeugern ökologischer Lebensmittel und Verbrauchern: Ein fester Kreis von Verbrauchern verpflichtet sich in der Regel für ein Wirtschaftsjahr, mit seinen Beiträgen die Betriebskosten des Hofes zu decken. Im Gegenzug erhalten die Verbraucher die im Betrieb erzeugten (Bio-)Lebensmittel ohne weitere Kosten. So können Landwirte weitgehend unabhängig vom Preis- und Marktdruck die Landwirtschaft gestalten und ihre Konsumenten profitieren durch qualitativ hochwertige Produkte.

Gemeinschaftlich getragene Landwirtschaft bietet somit eine neue Wirtschaftsweise im Zusammenwirken von aktiven und passiven Landwirten und in gemeinschaftlicher Gestaltung der Nahrungsmittelerzeugung, mit Vorteilen für die Erde, Pflanzen, Tiere und den Menschen.

CSA findet Anklang bei Bürgern und Bauern

In den letzten Jahren stößt das CSA-Konzept in den Bereichen regionale Entwicklung, Ernährung und ökologische Landwirtschaft zunehmend auf Interesse. Dass dieses Modell zukunftsweisendes Potential hat, zeigt die Vergabe des Förderpreises Ökologischer Landbau im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau 2009 an den Buschberghof durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Die von CSA-Betrieben in Deutschland angebotenen Lebensmittel sind in der Regel Bio- bzw. auch Demeter-zertifiziert. Das gemeinschaftliche Konzept bietet in der Praxis einen sehr guten Rahmen, um Verbraucher über ökologischen Landbau und das staatliche Bio-Siegel zu informieren, das generelle Vertrauen in Bio-Lebensmittel zu stärken und die Kriterien des Siegels transparenter zu machen. Auch erste Vorstufen einer gemeinschaftlich getragenen Landwirtschaft lassen sich im solidarischen Bündnis zwischen Erzeugern und Verbrauchern umsetzen. Maßgeblich für alle Verbesserungen in der Betriebspraxis bei der Berücksichtigung sozialer, ökologischer und tierschutzbezogener Kriterien ist letztlich die Bereitschaft der Wirtschaftspartner, diese auch gemeinsam zu bewerkstelligen - Schritt für Schritt.

Für den Absatz von Bioprodukten ist das CSA-Konzept besonders geeignet, weil:

  •  es dem Verbraucher durch den engen räumlichen Bezug zum Hersteller und den Austausch zwischen Landwirten und Verbrauchern in der Gemeinschaft Kenntnisse über die Besonderheiten der Herstellung und Verarbeitung sowie die Qualität der Bio-Lebensmittel vermittelt.
  • Verbraucher qualitativ hochwertige Bio-Lebensmittel erhalten und für diese sensibilisiert werden. Dadurch wird die Wertschätzung gegenüber den Produkten, der Natur und der Landwirtschaft erhöht.
  • durch das Erzeuger-Verbraucher-Netzwerk eine hohe Kundenbindung erreicht wird.
  • das Bewusstsein für saisonale Ernährung gesteigert wird.
  • durch den persönlichen Kontakt zu den Erzeugern das Vertrauen der Verbraucher in Bio-Lebensmittel gestärkt werden kann.
  • sich das gemeinschaftliche Konzept besonders für Familien eignet, die durch die Teilnahme an Aktionen für alle Altersgruppen auf den Höfen besonders gut eingebunden werden können.
  • sich CSA besonders für Bildungsmaßnahmen in Verbindung mit Schulen oder anderen Institutionen anbietet.
  • der Mitgliederbeitrag von den Produktpreisen abgekoppelt ist. Dadurch können auch Menschen mit geringem Einkommen (ggf. gegen Mithilfe) teilnehmen und Bio-Lebensmittel beziehen.
  • Die Einbeziehung des Handels und weiterverarbeitender Betriebe oder Großküchen sowie die Zusammenarbeit mehrerer kleiner, ökologisch wirtschaftender Betriebe nach dem CSA-Konzept ist ebenfalls denkbar.

Name und Anschrift der Institution und des Projektverantwortlichen:

  • Hermann Pohlmann und Prof. Dr. Carola Strassner, Fachhochschule Münster, Corrensstraße 25, 48149 Münster

Name und Anschrift weiterer am Projekt Beteiligter:

  • Betriebsgemeinschaft Kattendorfer Hof, Dorfstr. 1a, 24568 Kattendorf
  • Buschberghof, Wolfgang Stränz, Dorfstraße 7, 21493 Fuhlenhagen
  • Gärtnerhof Entrup e.G., Entrup 119, 48341 Altenberge
  • GLS Treuhand e.V., Postfach 100829, 44708 Bochum
  • Hof Hollergraben GbR, Halendorf, 23744 Schönwalde
  • Hof Pente GbR,Osnabrücker Str. 73,49565 Bramsche
  • PROVIEH - Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung e.V., Küterstraße 7-9, 24103 Kiel
  • Zukunftsstiftung Landwirtschaft, Zukunftsstiftung Landwirtschaft, PF 10 08 29, 44708 Bochum

Das Internetportal makeCSA.org wird im Rahmen des Förderprojekts "Marketing und Absatzförderung von Bioprodukten durch Konsumenten-Erzeuger-Netzwerke am Beispiel CSA (makeCSA)" erstellt.

Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags im Rahmen des Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN), Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen zur Information von Verbraucherinnen und Verbrauchern über den ökologischen Landbau und dessen Erzeugnisse sowie zur Förderung damit verbundener Absatzförderungsmaßnahmen vom 5. Februar 2010 (Bundesanzeiger Ausgabe Nr. 165 vom 19. Februar 2010, Seite 682).