Jeder CSA-Hof ist einzigartig

CSA-Gemeinschaften sind so unterschiedlich wie die Menschen, die sie prägen. Landwirtschaftliche Betriebe unterscheiden sich in den Flächen, die bewirtschaftet werden, und den Möglichkeiten zur Weiterverarbeitung der Erzeugnisse. Auch in der Vielfalt der Produkte und ihrer Herstellung gibt es von Gemeinschaft zu Gemeinschaft unterschiedliche Spielarten. Und über die Nahrungsmittelerzeugung hinaus bieten viele CSA-Höfe ihren Mitgliedern ein weites Spektrum an sozialen und pädagogischen Angeboten.

Einige Gemeinschaftsbetriebe haben sich alleine auf den Pflanzenbau konzentriert und halten selbst keine Tiere.

Es gibt beispielsweise CSA-Höfe, die nur Obstwiesen bewirtschaften. Diese schließen sich ggf. mit Gemüse-Produzenten oder anderen Gärtnereien zusammen, um so den Obstanteil für eine CSA-Gemeinschaft zu liefern. Daneben gibt es Gärtnereien oder Höfe, die sich vorwiegend auf den Anbau von Gemüse konzentrieren.

Andere CSA-Höfe halten und nutzen auch Tiere. Im unterschiedlichen Maße können die Betriebe tierische Erzeugnisse weiter verarbeiten, zum Beispiel zu Käse oder Wurst.

Bienen sind die kleinsten Nutztiere, die auf einem Bauernhof heimisch sein können. Sie finden auf extensiv oder ökologisch bewirtschafteten Flächen leichter Nahrung als auf intensiv bewirtschafteten Monokulturen. Ein Bienenstock steht auf sehr vielen CSA-Höfen - und damit gibt es dort auch Honig.

Milchprodukte werden bekanntlich nicht nur von Kühen erzeugt. Schafe und Ziegen sind ebenfalls häufig auf CSA-Höfen zu finden. Was viele Stadtbewohner oft schon nicht mehr wissen: Ein Betrieb, der Milch erzeugt, hat zwangsläufig immer auch Fleisch anzubieten! Denn für die Milchproduktion müssen die weiblichen Tiere zunächst ein Jungtier zur Welt bringen - sonst geben sie keine Milch. Die weiblichen Nachkommen werden für die Verjüngung der Herde eingesetzt, die männlichen Tiere in der Regel aufgezogen, um sie zu schlachten.

Auch Eier und Hühnerfleisch sind auf vielen CSA-Betrieben gleichermaßen zu erhalten. Weil bei den heute üblichen Hochleistungs-Legehennen die männlichen Geschwister als Eintagsküken vernichtet werden - sie sind zu mager für die Mast - halten viele CSA-Betriebe alte zweinutzungsfähige Hühnerrassen. Dadurch sind die Eier etwas teurer und die jungen Hähne werden als Masttiere zur Fleischerzeugung heran gezogen.

Alleine für die Fleischerzeugung gehalten werden Schweine. Viele CSA-Betriebe haben sich dem Erhalt robuster und seltener Schweinerassen verschrieben. Das Fleisch von Angler Sattelschweinen, Bunten Bentheimern oder Mangalitza-Wollschweinen ist oft stärker mit Fett marmoriert als die üblichen Produkte aus dem Supermarkt. Es schmeckt deshalb herzhafter.

Landwirtschaftlich genutzte Tiere müssen nicht zwangsläufig nur zur Produktion von Milch, Eiern und Fleisch dienen. Sie helfen auch, den natürlichen Stoffkreislauf aufrecht zu erhalten. So werden ihre Ausscheidungen als Wirtschaftsdünger eingesetzt und pflanzliche Reste, beispielsweise aus dem Gemüseanbau, von ihnen verwertet.