Erfolgsgeschichte CSA

Menschen schließen sich zusammen, um gemeinsam ihre Lebensmittel zu produzieren: Das ist eigentlich nichts Neues. Die Idee ist tatsächlich so alt wie die Landwirtschaft und die arbeitsteilige Wirtschaft selbst. Schon vor Jahrhunderten wurde nach Prinzipien gearbeitet, die sich im Konzept von CSA wiederfinden lassen. Heute - in Zeiten der industrialisierten Landwirtschaft - scheint die Zeit reif zu sein, ein altes Erfolgsrezept aufleben zu lassen.

Wissen, was wir essen

Wer in einer modernen Großstadt lebt, läuft schnell Gefahr, den Bezug zur Landwirtschaft und zur Erzeugung von Lebensmitteln zu verlieren. Was gerade an Früchten und Gemüse auf den Feldern reift, wie Tiere für den Verzehr von Milchprodukten, Eiern oder Fleisch gehalten werden und unter welchen Bedingungen dies alles geschieht - dieser alltägliche Wissensschatz droht vielen Menschen verloren zu gehen. Zur täglichen Versorgung reicht doch der schnelle Griff ins Supermarktregal.

Doch das anonyme Geschäft mit dem Essen schmeckt nicht jedem. Immer mehr Menschen beginnen, sich verstärkt für die Herkunft und Erzeugung ihrer Lebensmittel zu interessieren. Sie suchen den Kontakt zu Landwirten ihres Vertrauens und wollen auch mitreden bei der Art und Weise, wie Land bewirtschaftet und Tiere gehalten werden. CSA bedeutet nichts mehr und nichts weniger, als mit Landwirten zusammen zu arbeiten und sich den Ertrag dieser Arbeit zu teilen. Verbraucher und Landwirte besinnen sich gleichermaßen darauf, wie wertvoll gute Lebensmittel sind und wie tragfähig eine starke Gemeinschaft sein kann.

CSA - ein weltweiter Erfolg

Der Begriff "Community Supported Agriculture" (CSA) stammt aus den USA. Seine Ursprünge hat das Konzept aber unter anderem in Japan. Bereits in den 1960er Jahren entstanden dort erste Formen der solidarischen Landwirtschaft. Frauen wollten ihre Familien und sich selbst unmittelbar ab Hof mit Lebensmitteln versorgen und schlossen sich in „Teikeis“ (dt. „Partnerschaft“) zusammen. Die ersten dieser Genossenschaften bildeten sich rund um Milchbauernhöfe und dienten zunächst nur der Direktversorgung mit Milchprodukten. Bald aber schon erweiterte sich der Kreis auch auf Ackerbau, Gemüseanbau und die Haltung von Tieren zur Erzeugung von Eiern und Fleisch. Heute versorgen CSA-Gemeinschaften in Japan schon Millionen von Verbrauchern.

Unabhängig davon gründete sich 1978 in der Schweiz eine Umwelt-Gruppe, die gemeinschaftlich Gärten nach den Prinzipien des biologisch-dynamischen Anbaus bewirtschaftete. Von dort gelangte die ansteckende Idee mit den CSA-Pionieren Jan VanderTuin und Robyn Van En in die USA. 1985 wurde in Massachusetts die erste CSA-Farm gegründet. Fast zeitgleich bauten Farmer um den Landwirt Trauger Groh die "Temple-Wilton Community Farm" auf, den ersten CSA-Hof in New Hampshire. Beflügelt von diesen Pionieren des "gemeinsamen Ackerns" verbreitete sich das Erfolgsrezept gegen Ende der 1980er Jahre in immer weitere Länder. Erfolgreiche CSA-Gemeinschaften in England, Frankreich und Kanada entstanden bereits Anfang der 1990er Jahre.

Heute ist die Idee weltweit schon weit verbreitet - allein in den USA gibt es derzeit etwa 1500 Gruppen, in denen sich Verbraucher mit einem Partner-Landwirt zusammengeschlossen haben. Die Gemeinschaft gibt dem Landwirt eine Abnahmegarantie für seine Produkte. Ihre Mitglieder zahlen im Voraus oder gewähren dem Betrieb ein zinsgünstiges Darlehen. Im Gegenzug werden sie regelmäßig mit frischen Lebensmitteln versorgt, meist sogar aus zertifiziert ökologischem Landbau und besonders artgemäßer Tierhaltung. Denn die Gemeinschaft von "aktiven und passiven Landwirten" erlaubt es, auch unkonventionelle Formen der Landwirtschaft auszuprobieren: So bergen zum Beispiel die muttergebundene Milchrinderhaltung, der Einsatz von Pferden bei der Feldarbeit oder der Anbau urwüchsiger, weniger ertragreicher Zuchtlinien ein wirtschaftliches Risiko für den Betrieb. Doch die Gemeinschaft sichert den Landwirt ab und macht damit auch Pioniertaten möglich.

Die erste deutsche CSA-Gemeinschaft wurde auf dem Demeter-Betrieb Buschberghof in Fuhlenhagen bei Hamburg etabliert. Bis heute vertrauen derzeit schon über dreissig Gemeinschaften in Deutschland auf das bewährte Prinzip. MakeCSA.org will dazu beitragen, dass die erfolgreiche Idee sich weiter ausbreitet.