Tagung "Gemeinschaftlich getragene Landwirtschaft und Handlungspädagogik im Ökolandbau"

Grupenbild Tagung makeCSA Alanus-Hochschule 09-2013

Vom 6. bis 8. September 2013 fand in der Alanus-Hochschule bei Bonn die Tagung Ökolandbau und Handlungspädagogik in der gemeinschaftsgetragenen Landwirtschaft statt. Über 100 Fachleute aus Landwirtschaft, Pädagogik und Wissenschaft diskutierten über die Möglichkeiten und Potentiale von gemeinschaftlich getragenen Landwirtschaftsprojekten (Community Supported Agriculture – CSA) sowie die Integration von pädagogischen Konzepten auf ökologisch bewirtschafteten CSA-Höfen.

Gemeinschaftlich getragene Landwirtschaft

In der gemeinschaftlich getragenen Landwirtschaft gehen landwirtschaftliche Erzeugerbetriebe mit einer Gruppe von Verbrauchern eine Kooperation ein. Die Mitglieder beteiligen sich finanziell sowie durch aktive Mitarbeit an den landwirtschaftlichen Produktionsprozessen. Im Gegenzug bekommen sie die auf dem Hof erzeugten Lebensmittel und haben ein Mitspracherecht bei Entscheidungen zur Ausrichtung der Produktion oder zur Weiterentwicklung des Betriebes. Die große Transparenz in den Produktionsprozessen und die Beteiligung der Konsumenten bedingen in der Regel einen hohen Standard in der biologischen Erzeugung zum Beispiel im Hinblick auf Kriterien wie Tierschutz oder Erhaltung der biologische Vielfalt. In Deutschland gibt es mittlerweile rund 40 CSA-Hofgemeinschaften.

CSA Betrieb als Erlebnis- und Lernort

Die Integration von pädagogischen Konzepten in Betriebe der gemeinschaftsgetragenen Landwirtschaft liegt nahe. "Ein CSA-Projekt wird automatisch auch ein Lernort, weil die Mitglieder der Gemeinschaft in die Produktionsabläufe eingebunden werden. Der Schritt, diesen Ort auch für pädagogische Angebote für Kinder zu nutzen, ist nur logisch.", so Herrmann Pohlmann, Projektleiter des vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen der nachhaltigen Landwirtschaftes geförderten Projektes 'MakeCSA' an der Fachhochschule Münster.

Mit dem Gemeinschaftshof Pente in der Nähe von Osnabrück stellte sich auf der Tagung ein Betrieb vor, der die Kombination aus ökologischer, gemeinschaftsgetragener Landwirtschaft und pädagogischer Arbeit erfolgreich umsetzt: In den landwirtschaftlichen Betrieb ist eine Betreuungseinrichtung für Kinder integriert, in dem die Kinder in das aktive Hofgeschehen eingebunden werden. "Die Kinder beobachten täglich die Arbeiten im Betrieb und können sogar 'mithelfen'. Dadurch entwickeln sie einen bewussten Zugang zur Natur, zur Landwirtschaft und zu den Nahrungsmitteln.", so Rosalind Kühnert-Hall, Leiterin des "Kinderbauernhofes" auf Hof Pente.

Die Veranstalter der Tagung zeigten sich erfreut über das große Interesse an der Tagung und an dem Thema CSA. "Immer mehr Menschen interessieren sich für die Herkunft und Erzeugung ihrer Lebensmittel. Ökolebensmitteln sind gefragter denn je. Zusätzlich suchen die Verbraucherinnen und Verbraucher den Kontakt zu Landwirten ihres Vertrauens und wollen auch mitreden bei der Art und Weise, wie Land bewirtschaftet und Tiere gehalten werden.", beschreibt Prof. Dr. Carola Strassner von der Fachhochschule Münster die aktuelle Situation. Das Projekt MakeCSA will dazu beitragen, dass sich die erfolgreiche Idee der gemeinschaftsgetragenen Landwirtschaft weiter ausbreitet.

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

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