Kurze Geschichte des Ökologischen Landbaus

Der Ökologische Landbau kennt keinen klaren Startschuss, den man mit einem Datum oder einer Jahreszahl belegen könnte. Im Zuge der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft im 20. Jahrhundert wurde schnell offensichtlich, dass kurzfristig stark steigende Erträge auf der einen Seite mit langfristig wachsenden Problemen auf der anderen Seite erkauft werden. Nicht nur in Deutschland mehrten sich Bedenken, dass ein Verlust der Bodenfruchtbarkeit, die zunehmende Bodenverdichtung, Resistenzbildungen bei Pflanzen- und Tiererkrankungen sowie ein schleichender Verfall der Lebensmittelqualität die Kehrseite der modernen, industrialisierten Intensivbewirtschaftung sei - und dass dies auf lange Sicht zu einer dauerhaften Absenkung der Erträge führen werden.

Schon in den 1920er Jahren erkannte die „Lebensreformbewegung“ in Deutschland neben der ökonomischen auch eine erste ökologische „Krise“. Die Mitglieder der Bewegung bemühten sich, Gedanken um die Entwicklung einer umweltschonenden und tiergerechten Landwirtschaftsart voran zu bringen. Aus dieser Bewegung ist namentlich Ewald Könemann zu nennen. Er gilt als einer der Pioniere des Ökologischen Landbaus und fasste die Konzepte des „Natürlichen Landbaus“ in seinem Werk „Biologische Bodenkultur und Düngewirtschaft“ zusammen.

Nicht nur Landwirte, auch Städter sorgten sich vermehrt um die Qualität der Lebensmittel und um die Schädigungen der Ackerböden. 1924 begann der Anthroposoph Rudolf Steiner, Vorträge über eine alternative Landwirtschaft zu halten. Seine „Geisteswissenschaftlichen Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft“ fanden durch den „Versuchsring anthroposophischer Landwirte“ bald praktische Umsetzung in der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise. Diese ist stark an die Anthroposophie gebunden und bezieht u.a. kosmische Rhythmen mit ein. Im Jahr 1928 wurde aus den Kreisen der Anthroposophie-Bewegung der Anbauverband Demeter gegründet.

Nach dem zweiten Weltkrieg folgte eine Welle von Neugründungen ökologisch orientierter Höfe. Dies lag nicht zuletzt an der Gründung der organisch-biologischen Anbaumethode in den 1950er Jahren, welche Hans und Maria Müller zusammen mit Hans Peter Rusch entwickelten. Diese Art der Anbaumethode bot nun auch Landwirten, die nicht anthroposophischen orientiert sind eine Möglichkeit, ökologisch zu wirtschaften.

1971 wurde der Verein „bio gemüse e.V.“ gegründet, welcher 1987 in „Bioland Verband für organisch-biologischen Landbau e.V.“ umbenannt wurde. Nach Bioland folgten im Laufe der Jahrzehnte die Gründungen von Biokreis, Naturland, Ecovin, Gäa, Biopark und Ecoland. Bis heute sind in Deutschland acht größere ökologische Anbauverbände tätig. Im Kielwasser dieser Verbandsgründungen beschloss auch die Politik, den Ökologischen Landbau mit in ihre Gesetze aufzunehmen. Seit 1989 existieren erste staatliche Förderungskonzepte, Ökolandbau durch öffentliche Mittel zu unterstützen und damit seine Mehrkosten unabhängig vom Markt abzufedern. Um Verbraucher zu schützen und Erzeuger transparenter zu machen, gibt es bis heute Öko-Verordnungen auf nationaler und internationaler Ebene, Bio- Siegel, Dachverbände und Informationsplattformen für den Ökologischen Landbau.

Die weithin anerkannten Öko-Richtlinien bieten auch für CSA-Gemeinschaften eine gute Orientierungshilfe, welche Methoden im Gemeinschaftsgetragenen Landbau eingesetzt werden sollten und auf welche besser verzichtet wird.