Erfolgreich vermarkten mit CSA

Eine CSA-Gemeinschaft macht sich zwar vom Markt weitgehend unabhängig, kann aber trotzdem nicht auf erfolgreiches Marketing verzichten. Jede Gemeinschaft muss neue Mitglieder gewinnen, um Fluktuationen in der Mitgliederzahl auszugleichen und ihren Stamm an "passiven Landwirten" ausreichend tragfähig zu erhalten. Wie sich Menschen individuell ansprechen und für die Beteiligung an einem CSA-Modell gewinnen lassen, ist je nach Zielgruppe sehr unterschiedlich und wurde in wissenschaftlichen Studien genauer untersucht.

Mitglieder von Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften

Wer bereits mit Direktvermarktungssystemen vertraut ist und diese regelmäßig nutzt, legt in der Regel besonderen Wert auf eine gute Rückverfolgbarkeit der Lebensmittel, auf eine regionale Erzeugung und auf Gesundheitsaspekte. CSA-Gemeinschaften können im Kreis dieser Kunden leicht neue Kooperationspartner und Mitglieder gewinnen. Die Basis für gemeinsame Interessen ist breit.

Kunden von Hofläden und Marktständen

Viele Menschen kaufen ihre Lebensmittel mehr oder weniger regelmäßig an Marktständen und in Hofläden ein. Auch wer das nur gelegentlich tut, ist bereits leichter für eine Beteiligung an CSA-Gemeinschaften zu gewinnen als ein Otto-Normal-Verbraucher aus dem Lebensmitteldiscounter. Am Marktstand und im Hofladen stehen nicht nur das Aussehen und die Vielfalt der Erzeugnisse optisch im Vordergrund. Auch die Herkunft der Produkte und die Lebensmittelsicherheit sind Themen, mit denen diese Kunden gut angesprochen werden können.

Bio-Kunden

Bei Befragungen geben viele CSA-Interessierte an, ihnen seien neben der saisonalen Erzeugung und Frische der Produkte auch die Unterstützung der regionalen und biologischen Landwirtschaft besonders wichtig. Eine CSA-Gemeinschaft wird unter den Kunden von Bioläden weitaus leichter Mitglieder gewinnen als im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel.

Genuß, Erholung und Gemeinschaft erleben

Nicht alle Vorteile einer CSA-Gemeinschaft sind unmittelbar mit dem Bezug von Lebensmitteln verbunden. Viele Menschen schätzen die Möglichkeiten, als Mitglieder einer CSA-Gemeinschaft auf "ihrem Hof" die Natur und Landschaft zu genießen und ihre Familienangehörigen mit der Landwirtschaft vertraut zu machen. Diese Vorteile hervorzuheben könnte Teil eines erfolgreichen Marketings sein.

CSA muss hörbar sein - bekannt wird, über den man spricht

Wenn jeder Mensch, der die Idee einer Gemeinschaftsgetragenen Landwirtschaft wertvoll findet, auch nur zwei weiteren Menschen darüber berichtet, trägt sich die Idee wie ein Lauffeuer weiter. Effektive Marketinginstrumente für CSA können Mund-zu-Mund-Propaganda und positive Zeitungsartikel sein, ebenso wie gezielte Werbung und Präsentationen und Vorträge bei Organisationen vor Ort.

In den USA ist Marketing für CSA über das Internet weit verbreitet. Mögliche Instrumente sind hier E-Mail-Newsletter und direkte E-Mails, Webseiten und Blogs. Sie können aber nicht den persönlichen Kontakt ersetzen. Weitere Möglichkeiten erfolgreichen Marketings für CSA-Gemeinschaften sind Prämien für das Werben von Bekannten, Merchandising, Testmitgliedschaften als „Urlaubsvertretungen“ oder gezieltes Marketing in bestimmten Gruppen. Zu diesen Gruppen können Umweltgruppen, andere interessierte Gruppen und Netzwerke zählen. Auch kann über die angebotenen Obst- und Gemüsesorten geworben werden.

Zusammenarbeit erweitert den Kundenkreis

Kooperationen zwischen Höfen können das Angebot einer CSA-Gemeinschaft erweitern; Selbsternte der Mitglieder, Tausch oder freie Wahl der Produkte durch die Mitglieder können ebenfalls zu einem vielseitigeren Angebot beitragen und somit zu einem erfolgreichen Marketing beitragen. Klassische Öffentlichkeitsarbeit für CSAs lässt sich am einfachsten über Informationsabende, Broschüren, Produktionsübersichten, Erntekalender, Newsletter, Kochbücher und Steckbriefe von Gemüsesorten, Probemitgliedschaften, Tutorensysteme, Umfrage- und Feedback-Systeme leisten. Auch Aktionen, die über die Landwirtschaft hinaus gehen, können eine gute Werbung sein, wie Hoffeste oder Kinderbetreuungsangebote während der Aktionen auf den Höfen.

Insgesamt gilt es für jede CSA, ihren eigenen individuellen Marketingansatz zu entwickeln. Am wichtigsten scheint bisher die Mund-zu-Mund-Propaganda. Jede CSA sollte versuchen herauszufinden, welche Zielgruppen angesprochen werden sollen und wie diese am besten anzusprechen sind. Welche Motivationen und Konsumgewohnheiten haben diese? Welche Produktauswahl sollte angeboten werden? Diese Fragen sollten immer am Beginn eines erfolgreichen Marketings stehen.